Acht Stunden sind kein Tag
Familienserie in fünf Teilen von Rainer Werner Fassbinder
Programm-Führer
von Thomas M. Gmür (tgmur@tinet.ch)
"Familienserien sind für ein grosses Publikum gedacht; und
daran sollte man auch nichts zu ändern versuchen!" sagt Rainer
Werner Fassbinder, Autor und Regisseur der fünfteiligen Familienserie
"Acht Stunden sind kein Tag". Um eine "schöne populäre
Art" müht er sich und nimmt die Unterhaltungbedürfnisse des
Publikums ernst - gerade weil in dieser Familienserie so einiges anders
ist als bei früheren Exemplaren dieses Genres. Die Figuren sind nicht
Bürger einer oberflächlichen, heilen Welt, sondern Menschen, die
über gesellschaftliche Zwänge nachdenken, die sich den Problemen
ihrer beruflichen und privaten Sphäre bewusst stellen und sich endlich
aus eigener Kraft um eine Lösung bemühen.
Produktion aus dem Jahr 1972
| Folge / Deutscher Titel |
[Staffel/Folge] |
| 1. Jochen und Marion |
|
[1.01] |
Jochens Arbeitsgruppe - sie sind Werkzeugmacher - steht unter Druck: In
17 Wochen sollen vier Vorrichtungen fertig sein, aber obwohl sich alle Mühe
geben, sieht es nicht so aus, als ob sie es schaffen würden. In dieser
verfahrenen Situation macht Jochen einen Verbesserungsvorschlag: Durch eine
konstruktive Änderung wird der Arbeitsvorgang entschieden vereinfacht
und anstatt der veranschlagten vier Vorrichtungen werden nur noch zwei benötigt.
Jochen bekommt eine Prämie, ein grosses Fest wird gefeiert - aber mitten
ins grosse Aufatmen platzt die Nachricht, dass die Betriebsleitung Konsequenzen
aus der neuen Situation gezogen hat: Sie streicht die Leistungszulage.
| Jochen |
Gottfried John |
| Oma |
Luise Ullrich |
| Harald |
Kurt Raab |
| Gregor |
Werner Finck |
| Marion |
Hanna Schygulla |
| Wolf |
Wolfried Lier |
| Monika |
Renate Roland |
| Sylvia |
Andrea Schober |
|
|
| Buch und Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
Oma und Gregor suchen eine Wohnung, aber Wohnungen sind teuer. Wenn sie
beide ihre Renten zusammenlegen, kommen sie auf 1085 Mark. "Davon wollen
wir 20 Prozent für Miete ausgeben" sagen Oma und Gregor, denn
so ist der Bundesdurchschnitt. Aber für 217 Mark finden sie so schnell
keine Wohnung, die ihnen gefällt - was sie jedoch finden, sind zahllose
Kinder auf der Strasse, die Omas und Gregors Meinung nach in einem Kindergarten
viel besser aufgehoben wären. Aber Kindergärten sind offenbar
so rar wie Wohnungen. Angesichts einer Filiale der Stadtbücherei, die
mangels Nachfrage gerade geräumt wird, hat Oma eine Idee.
| Käthe |
Anita Bucher |
| Oma |
Luise Ullrich |
| Harald |
Kurt Raab |
| Gregor |
Werner Finck |
| Marion |
Hanna Schygulla |
| Jochen |
Gottfried John |
| Monika |
Renate Roland |
| Sylvia |
Andrea Schober |
| Manni |
Thorsten Massinger |
| Franz |
Wolfgang Schenk |
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| Buch und Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
| 3. Franz und Ernst |
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[1.03] |
Nachdem Meister Kretschmer gestorben war, hatte sein bisheriger Stellvertreter,
der Vorarbeiter Franz, kommissarisch die Meisterfunktionen in Jochens Gruppe
übernommen. Die Gruppe hält es auch für selbstverständlich,
dass Franz irgendwann auch formal als Meister bestätigt werden wird.
Aber die Betriebsleitung ist anderer Meinung: sie holt sich einen jungen
Mann von draussen: Fremde Besen kehren gut. Franz darf sich den Dank der
Firma für seine kommissarische Tätigkeit anhören. Ernst,
ein junger Absolvent einer Höheren Technischen Lehranstalt, wird als
neuer Meister in sein Amt eingeführt. Die Gruppe setzt sich zur Wehr
- gegen Ernst, für Franz. Aber es zeigt sich, dass sie sich verrechnet
hat, was Franz - und was Ernst angeht.
| Jochen |
Gottfried John |
| Oma |
Luise Ulrich |
| Harald |
Kurt Raab |
| Gregor |
Werner Finck |
| Marion |
Hanna Schygulla |
| Wolf |
Wolfried Lier |
| Monika |
Renate Roland |
| Sylvia |
Andrea Schober |
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|
| Buch und Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
| 4. Monika und Harald |
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[1.04] |
Werkzeugmacher sind nicht nur Werkzeugmacher, und Arbeiter sind nicht nur
Arbeiter. Sie haben ausserdem Gefühle, Neigungen, private Bedürfnisse,
psychologische Probleme. Monika möchte gerne wieder arbeiten und sich
ausserdem von Harald scheiden lassen - aber Harald will weder das eine,
noch möchte er Monika die Tochter Sylvia überlassen. Jochen und
Marion wollen heiraten - aber da gibt es Marions Mutter, die sich für
ihre Tochter einen anderen Mann vorgestellt hat als ausgerechnet einen Arbeiter.
Oma schliesslich ist es leid, sich von ihrem Schwiegersohn Wolf ständig
tyrannisieren zu lassen - sie zieht aus und beginnt mit ihrem Gregor eine
sehr wilde Ehe.
| Jochen |
Gottfried John |
| Oma |
Luise Ullrich |
| Harald |
Kurt Raab |
| Gregor |
Werner Finck |
| Marion |
Hanna Schygulla |
| Wolf |
Wolfried Lier |
| Monika |
Renate Roland |
| Sylvia |
Andrea Schober |
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| Buch und Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
| 5. Irmgard und Rolf |
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[1.05] |
Jochens Arbeitsgruppe erfährt, dass eine Verlegung ihres Betriebs geplant
ist - irgendwo draussen vor der Stadt. Das bringt eine Reihe von Problemen
mit sich: Für die meisten bedeutet das längere Anfahrtszeiten
- oder Umzug. Aus der Diskussion darüber, ob man von der Firma nicht
bestimmte Beihilfen und Unterstützungen für solche Fälle
fordern kann, entsteht plötzlich eine viel weiter gehende Überlegung:
Wenn schon das Haus neu gebaut wird, soll man dann nicht auch darüber
nachdenken, was man an den Arbeitsbedingungen selbst verbessern kann? Mehr
Freiheit, Unabhängigkeit, Autonomie heisst aber auch Verantwortung,
mehr Einsatz, mehr Risiko. Das lernt die Gruppe freilich erst, als die Betriebsleitung
überraschenderweise einem Experiment mit dem Modell zustimmt, das die
Arbeiter sich ausgedacht haben.
| Käthe |
Anita Bucher |
| Oma |
Luise Ullrich |
| Harald |
Kurt Raab |
| Gregor |
Werner Finck |
| Marion |
Hanna Schygulla |
| Jochen |
Gottfried John |
| Monika |
Renate Roland |
| Sylvia |
Andrea Schober |
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| Buch und Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
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